Was ist Schielen (Strabismus)? Ursachen, Symptome und OP

Zuletzt aktualisiert am 23. Januar 2021 von Lasikon.de

Ist Schielen heilbar? Schiel OP bei Kind, Kosten und Erfolgsaussichten der Korrektur bei Erwachsenen und KindernSchielen: Ursachen, Symptome und OP Behandlung des Strabismus bei Kindern und Erwachsenen

Spricht man umgangssprachlich von schielenden Augen, so ist medizinisch korrekt von Strabismus die Rede. Beim Schielen handelt es sich um eine Fehlstellung der Augen, die durch eine Störung des Gleichgewichts im Augenmuskel bedingt ist. Strabismus kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, wodurch mögliche Einschränkungen im Alltag und die Notwendigkeit einer Operation als Therapie variieren. Schielen kann sowohl generell und ständig auftreten und auch für andere Personen deutlich sichtbar sein, als auch nur in bestimmten Situationen plötzlich auftreten. Beispielsweise wenn ein bestimmter Blickwinkel eingenommen wird.

Nicht jede Form des Schielens ist behandlungsbedürftig, da Strabismus nicht immer krankheitsbedingt ist. Viele Betroffene, insbesondere Eltern von schielenden Kindern, wünschen allerdings aus kosmetischen Gründen oder zur psychischen Entlastung eine Therapie. Ausgeprägtes Schielen ist hingegen eine ernstzunehmende Augenkrankheit, die zu Einschränkungen im Leben führen kann.

Meist ist Strabismus genetisch vererbt worden und lässt sich bereits im frühen Kindesalter diagnostizieren und behandeln. Darüber hinaus kann ein Strabismus auch mit fortgeschrittenem Lebensalter bei Erwachsenen plötzlich auftreten, beispielsweise nach einem Schlaganfall. Ob ein Strabismus vollständig geheilt werden kann, ist vom Schweregrad der Erkrankung und dem Alter des Patienten abhängig. Mittlerweile stehen zahlreiche moderne Therapien und Operationsmethoden zur Verfügung, die eine sichere Behandlung von Kindern und Erwachsenen ermöglichen.

Wichtig: Die Behandlung des Schielens gehört zu den Spezialgebieten der Augenheilkunde und sollte dementsprechend durch einen Spezialisten mit viel Erfahrung erfolgen. Bei der Augen-OP sollten die Kosten nicht im Vordergrund stehen, wenn die kosmetische Korrektur durch Krankenkasse nicht übernommen wird.

Ursachen von Schielen – Identifikation oft schwierig

In der Medizin sind diverse Ausprägungen des Schielens bekannt. Dementsprechend sind je nach Ausprägung auch unterschiedliche Ursachen bekannt. Grundsätzlich werden die verschiedenen Formen des Schielens durch Veränderungen an den Sehnerven und Teilen des Augenbereiches verursacht. Was genau diese Veränderungen verursacht lässt sich im Einzelfall oft nicht genau beantworten. Da der Strabismus als Krankheitsbild jedoch gut erforscht ist und zahlreiche Operationsmethoden zur Verfügung stehen, ist eine intensive Ursachenforschung nicht zwingend notwendig.

Verschiedene Formen des Schielens im Detail

In der Praxis sind zahlreiche Ausprägungen des Strabismus bekannt. Dazu gehören etwa:

  • Latentes Schielen (Heterophorie): Beim latenten Schielen handelt es sich um eine Störung des Gleichgewichts im Augenmuskel, welcher von den Betroffenen häufig kompensiert werden kann und daher ohne Beschwerden bleibt. Häufig wird die Erkrankung nicht erkannt, da erst ab einer gewissen Krankheitsintensität, Beschwerden auftreten. Latentes Schielen kann angeboren sein, aber auch durch äußere Einwirkungen verursacht werden. Insbesondere lange Arbeitszeiten vor Bildschirmen können die Entstehung fördern.
  • Manifestes Schielen (Heterotropie): Ist eine ständige Abweichung eines Auges von der normalen Blickrichtung festzustellen, so handelt es sich um eine Heterotropie. Es wird weiterhin zwischen Innenschielen, Außenschielen, Höhenschielen und Verrollungsschielen unterschieden. Auch eine Kombination dieser Ausprägungen ist möglich. Anders als das latente Schielen äußert sich das manifeste Schielen auch durch die Sichtbarkeit, welche von vielen Betroffenen als unangenehm empfunden wird. Je nach Schwere der Erkrankung kommen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten in Betracht, die zum einen den Erhalt der Sehfähigkeit und die Verringerung der Sichtbarkeit zum Ziel haben.
  • Lähmungsschielen: Typisch für das Lähmungsschielen ist, dass das betroffene Auge grundsätzlich in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist und das Schielen nicht nur punktuell auftritt. Die Schwere ist abhängig von der zugrundeliegenden Nervenschädigung und reicht von leichten Ausfallerscheinungen bis hin zur vollständigen Lähmung.
  • Mechanisch bedingtes Schielen: Eine weitere häufige Art des Schielens bei Kindern und später im Erwachsenenalter ist mechanisch bedingt. So können beispielsweise bestimmte Erkrankungen zu einem Strabismus führen. Auch gutartige Veränderungen der Muskel- und Bindegewebsmasse sind hier zu nennen.
  • Pseudostrabismus: Bekannt ist auch ein Strabismus, der zwar oberflächlich sichtbar ist, aber keine Krankheit im medizinischen Sinne darstellt, da keinerlei Einschränkungen damit verbunden sind. Häufig wünschen Patienten oder Eltern von betroffenen Kindern aus kosmetischen Gründen eine korrigierende Operation der Augen. Eine bekannte Persönlichkeit die an Pseudostrabismus litt, war Anette von Droste-Hülshoff.

Schielen OP bei Kindern? Wann zum Arzt?

Aufgrund der zahlreichen Erscheinungsformen des Strabismus gibt es ebenso zahlreiche Therapiemöglichkeiten. Viele Therapien sind auf eine langfristige und vollständige Korrektur schielender Augen ausgerichtet und sind dementsprechend langwierig. Wird eine Therapie im frühen Kindesalter begonnen, so ist diese meist im Jugendalter abgeschlossen und ein Strabismus medizinisch wie kosmetisch vollständig geheilt. Damit Begleiterscheinungen möglichst erfolgreich behandelt werden können, ist ein Therapiebeginn bei Kindern in einem frühen Alter nötig. Sollten Eltern also Fehlstellungen oder Auffälligkeiten bei ihren Kindern bemerken, so ist der zeitnahe Besuch eines Facharztes für Augenheilkunde angeraten.

Zu den häufigsten Beobachtungen und Gründen für einen Arztbesuch gehören:

  • Kind schielt mit einem Auge nach innen
  • Kind schielt mit einem Auge nach außen
  • Kind schielt mit beiden Augen ab und zu
  • Kind schielt bei Müdigkeit
  • Kind schielt bei Konzentration oder in bestimmten Situationen

Viele Eltern fragen sich: Wann zum Augenarzt? Wenn Ihr Baby oder Kind schielt, ist die Antwort einfach: Sofort! Besonders bei Babys (ca. 9 Monate) und Kleinkindern im Alter von 2 Jahren bis 4 Jahren kann das Schielen ein Warnhinweis für Schwachsichtigkeit bzw. Fehlsichtigkeit sein. Dieser sollte niemals als harmlos abgestempelt und in jedem Fall von einem Arzt mit Erfahrungen mit Augenkrankheiten bei Kleinkindern untersucht werden.

Bei einem leichten Schielen (Silberblick) ist oft die Korrektur mittels Brille angeraten. Diese ermöglicht es, zeitgleich auch Begleiterscheinungen, wie eine Fehlsichtigkeit auszugleichen. Eine andere typische Therapieform ist die Okklusionstherapie. Dabei wird das betroffene Auge entweder durch ein Pflaster, eine Augenbinde oder durch eine spezielle Folie auf einer Sehhilfe angeregt, sich zu fixieren. Wie häufig eine Okklusionstherapie nötig ist, entscheidend der Augenarzt je nach Sachlage.

Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere medikamentöse oder operative Behandlungsformen. Beispielsweise lässt sich das gesunde Auge mit lähmenden Augentropfen behindern, wodurch das betroffene Auge zur Korrektur angeregt wird. In besonders schweren Fällen kommt auch eine OP, im Volksmund auch als Schieloperation bekannt, in Frage. Oft ist es im Rahmen einer OP erforderlich, auch das gesunde Auge zu operieren. Die Kosten einer Schiel OP aus medizinischen Gründen sollten vor der Operation mit der Krankenversicherung besprochen und genehmigt werden.

Für weniger schwere Ausprägungen stehen weitere Therapieansätze mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten zur Verfügung. Über die Erfolgsaussichten kann nur ein mit dem Patienten vertrauter Facharzt Auskunft geben. Typische Verfahren sind etwa die Orthoptik oder Pleoptik, die in gewissen Fällen Linderung verschaffen. Die Kosten müssen zumeist privat übernommen werden, da die Krankenkasse nur tatsächlich medizinisch notwendige Behandlungsformen bezahlt.

FAQ – Häufige Fragen zum Schielen (Strabismus)

Schielen (Strabismus) ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine Fehlstellung Ihrer Augen. Diese entsteht durch eine Gleichgewichtsstörung der Augenmuskeln. Je nach Form des Schielens liegen verschiedene Ursachen vor. Sie entstehen durch Veränderungen an Teilen des Augenbereiches oder an den Sehnerven. Teilweise ist das Schielen ein Symptom von Augenerkrankungen.
Bei leichtem Schielen (Strabismus) erfolgt die Korrektur mit einer Brille. Diese gleicht zusätzlich eine Fehlsichtigkeit aus. Bei der Okklusionstherapie klebt der Arzt das rechtssichtige Auge ab, damit sich das fehlsichtige Auge fixiert. Ähnlich funktionieren lähmende Augentropfen im Rahmen einer medikamentösen Therapie. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, verkleinern Mediziner den Schielwinkel durch eine Operation der Augenmuskeln.

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