Nachtblindheit

Nachtblindheit erkennen: Selbsttest, Vererbung und OP BehandlungNachtblindheit: Alles Wissenswerte rund um Ursachen, Symptome und Therapie der vielfach unterschätzten Augenerkrankung

Viele Menschen klagen insbesondere in der Dämmerung und der Einwirkung heller Lichter über vorübergehende Einschränkungen der Sehfähigkeit. Umgangssprachlich wird dies auch als Nachtblindheit bezeichnet. In der Fachsprache wird die Krankheit auch als Hemeralopie (Tagblindheit) oder Nyktalopie (Nachtblindheit) bezeichnet, wobei diese Begriffe häufig synonym verwendet werden und keine eindeutige Abgrenzung vorsehen. Aus diesem Grund sprechen teilweise auch Ärzte schlicht von Nachtblindheit. Im Vergleich zur Tagblindheit wird eine Nachtblindheit wesentlich häufiger diagnostiziert.

Typisches Symptom der Nachtblindheit ist die mangelnde Fähigkeit des Auges, sich an schnell ändernde Lichtverhältnisse anzupassen, was eine geringere Seh- und Orientierungsfähigkeit bewirkt. Nachtblindheit kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, sodass auch die Behandlung variiert. Gerade bei der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr werden Einschränkungen jedoch derart intensiv wahrgenommen, dass eine Konsultation des Augenarztes erfolgt.

Im Rahmen dieses Ratgebers sind weitere Informationen zur Ursache, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten der Nachtblindheit zusammengefasst.

Ursachen der Nachtblindheit

Eine Nachtblindheit kann mehrere Ursachen haben. So handelt es sich entweder um einen angeborenen Defekt, der zu unterschiedlich starken Ausprägungen führt, oder um die Folge zuvor aufgetretener Augenkrankheiten, die Patienten erkennen sollten. Darüber hinaus kann in manchen Fällen ein Mangel an Vitamin A als Ursache ausgemacht werden. Ein Mangel an Vitamin A hat zur Folge, dass in den Stäbchen des menschlichen Auges das sogenannte Sehpurpur (Rhodopsin) nicht in ausreichender Menge gebildet werden kann, dessen Bildung aber von einer ausreichenden Versorgung abhängig ist.

Auch noch nicht diagnostizierte Erkrankungen des Auges können eine Nachtblindheit zur Folge haben, unabhängig davon ob diese bisher zu Beschwerden führten oder nicht. Eine augenärztliche Abklärung ist also unbedingt ratsam.

Diagnose und Therapie der Nachtblindheit

Ob eine Nachtblindheit vorliegt, kann ein Augenarzt meist allein durch die Schilderung der Symptome und einer Einschätzung der Schwere feststellen. Bestehen Zweifel, so können spezielle Untersuchungen, die das Lichtspektrum nachstellen, durchgeführt werden und gemeinsam durch Arzt und Patient bewertet werden. Wichtig für die Planung der Behandlung ist auch ein Test, ob die Nachtblindheit eine Folge eines Vitamin-A-Mangels ist, oder durch andere Ursachen bedingt ist. Ist eine Mangelerkrankung ursächlich, so kann durch die gezielte Gabe von Supplementen eine Besserung erzielt werden.

Ist die Nachtblindheit hingegen nicht durch einen Mangel an Vitamin A bedingt, so sind die Therapiemöglichkeiten begrenzt. Vollkommen heilbar ist das Krankheitsbild zurzeit nicht. Meist beschränkt sich die Behandlung auf die Aneignung bestimmter Verhaltensweisen. In den USA steht mittlerweile zwar eine chirurgische Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, deren Wirksamkeit wird aber noch kontrovers diskutiert. Da also das Verhalten der Betroffenen maßgeblich für eine Linderung ist, wird diesem Punkt der nachfolgende Absatz gewidmet.

Verhaltenstipps für Patienten mit Nachtblindheit

Aufgrund der fehlenden Behandlungsmöglichkeiten gilt es, die negativen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Wie umfangreich das eigene Verhalten aufgrund einer Nachtblindheit angepasst werden muss, hängt auch von der Schwere der Erkrankung ab. Auch spielt es eine Rolle, ob Betroffene aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder nicht, da die Nachtblindheit möglicherweise auch eine Gefahr für Dritte darstellen kann. Verhaltenstipps richten sich also danach, ob noch ausreichende Sehfähigkeit vorhanden ist, oder der schnelle Lichtwechsel zu einer vollständigen Einschränkung führt.

Ist die Wahrnehmung nicht vollständig beeinträchtigt, so ist Betroffenen zu empfehlen, bestimmte Vorkehrungen zu treffen. Diese sind insbesondere für die Teilnahme am Straßenverkehr bedeutend. Faktoren wie eine verschmutzte Windschutzscheibe, leuchtende Displays im Inneren eines Fahrzeuges oder der Einfallswinkel von Sonnenlicht spielen eine Rolle und können die Sehfähigkeit zusätzlich beeinflussen. Diesen Faktoren gilt es also, bestmöglich zu begegnen. Viele Betroffene werden darüber hinaus zusätzlich von den Lichtern anderer Fahrzeuge oder Leuchtreklamen beeinträchtigt, wenn diese direkt ins Auge fallen. Es gilt also den Blickwinkel oder die Blickrichtung so zu verändern, dass das Licht weder direkt auf das Auge trifft, noch die eigene Verkehrssicherheit beeinträchtigt wird.

Ist die Nachtblindheit derart intensiv ausgeprägt, dass vorübergehend keine verlässliche Wahrnehmung mehr möglich ist, so müssen bestimmte Gewohnheiten kritisch überdacht werden. Fahrten in der Dämmerung oder anderen kritischen Situationen sollten unterbleiben und ein vollständiger Lichtwechsel abgewartet werden. Nur so kann die eigene Sicherheit und die unbeteiligter Personen sichergestellt werden. Ebenso sollten Freunde, Familie und Verwandte über das Vorhandensein der Krankheit informiert werden. Werden beispielsweise gemeinsame Fahrten unternommen, so darf es kein Problem darstellen, wenn zu Zeiten des Lichtwechsels eine Person das Steuer übernimmt, die nicht von Nachtblindheit betroffen ist. Grundsätzlich treffen Betroffene aber nur in den seltensten Fällen auf Vorbehalte, sodass dies keine allzu große Herausforderung darstellt.

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