Gerstenkorn (Hordeolum)

Gerstenkorn: Eiter und Entzündung nicht mit Hagelkorn verwechselnGerstenkorn – Informationen zu Ursachen, Symptomen, Dauer und Behandlung der Augenkrankheit Hordeolum

Die korrekte medizinische Bezeichnung für das unangenehme Gerstenkorn am Auge lautet Hordeolum und leitet sich vom lateinischen Begriff „hordeum“ ab, der das bekannte Getreide Gerste bezeichnet. Während „Gerstenkorn“ in der Bundesrepublik Deutschland das gebräuchlichste Synonym für ein Hordeolum ist, wird die Augenkrankheit in Bayern, Österreich und der Schweiz auch als Gerschtl, Ürseli, Gritli, Werle oder Wern bezeichnet.

In der Medizin werden zwei Erscheinungsformen des Gerstenkorns unterschieden. Zum einen das Hordeolum externum, bei dem der Eiterdurchbruch nach außen hin erfolgt und die Schweiß- und Talgdrüsen betroffen sind und auf der anderen Seite das Hordeolum internum, bei dem der Eiterdurchbruch nach innen hin erfolgt und die Talgdrüsen am Rand des Augenlids betroffen sind.

Bei einer für das Gerstenkorn typischen Schwellung des Augenlids muss es sich jedoch nicht zwingend um eine der beiden Erscheinungsformen handeln. Möglicherweise kann es sich auch um ein Chalazion, ein sogenanntes Hagelkorn, handeln, bei dem es sich um eine andere häufige Augenkrankheit handelt. Grundsätzlich ist ein Hagelkorn weniger schmerzhaft als ein Gerstenkorn, eine medizinische Abklärung ist jedoch in jedem Fall sinnvoll, da ein Gerstenkorn gegebenenfalls eine Behandlung erfordert oder zu Folgeerkrankungen führen kann.

Folgeerkrankungen sind zwar selten, kommen jedoch immer wieder vor. Gelegentlich ist etwa die Bindehaut zusätzlich betroffen. Teilweise kommt es zu Fieber und in seltensten Fällen zu einer großflächigen Entzündung des Auges oder zu Thrombosen.

Gerstenkorn – Potentielle Ursachen sind zahlreich

Ursächlich für ein Gerstenkorn ist eine Infektion mit bestimmten Bakterien, wie etwa Staphylokokken und seltener auch Streptokokken. Die Erreger können auf unterschiedlichstem Wege in den Augenbereich gelangen und zu den typischen Symptomen eines Gerstenkorns führen. Risikofaktoren für eine Infektion sind mangelnde Hygiene, die Verwendung von Kosmetika und der übermäßige Gebrauch von Gesichtswassern, sowie das Tragen von Kontaktlinsen. Insbesondere beim Einsetzen und herausnehmen von Kontaktlinsen kann das sensible Auge schnell kleinere, aber kaum spürbare Verletzungen hervorrufen, die eine Infektion begünstigen.

Treten die Symptome trotz der Elimination der Risikofaktoren immer wieder auf, so ist dies möglicherweise ein Zeichen für ein geschwächtes Immunsystem. Die Ursachen dafür sind zahlreich, sodass eine medizinische Abklärung in solchen Fällen noch dringender anzuraten ist. Viele Patienten mit wiederkehrenden Gerstenkörnern wird beispielsweise Diabetes mellitus diagnostiziert, welches ebenso als Ursache ausgemacht werden kann. Mit der Behandlung dieser Krankheit kann jedoch auch ein Gerstenkorn sehr wahrscheinlich unter Kontrolle gebracht werden.

Therapie des Gerstenkorns: Hausmittel oder Medikamente?

Beim Gerstenkorn handelt es sich um eine vergleichsweise harmlose Infektion, die sicher und zuverlässig behandelt werden kann oder sich auch von allein zurückbildet. Wenn die Begleiterscheinungen tragbar erscheinen, liegt es in der persönlichen Verantwortung, ob ein Arzt aufgesucht werden soll, oder nicht. Grundsätzlich ist jedoch festzuhalten, dass die Therapie des Gerstenkorns mit ärztlich verordneten Arzneimitteln weniger Zeit in Anspruch nimmt. Außerdem können diverse Begleiterscheinungen des Gerstenkorns, wie etwa die oft als unangenehm empfundene Schwellung und die starken Schmerzen, abgemildert werden. Folgende Arzneimittel kommen dabei typischerweise zum Einsatz:

Klingt ein Gerstenkorn wider Erwarten und unabhängig von einer möglichen ärztlichen Behandlung nach etwa einer Woche nicht ab und nehmen Schwellungen sowie Schmerzen zu, so ist der Besuch eines Augenarztes dringend anzuraten. Gegebenenfalls ist das Gerstenkorn durch eine Inzision, also einem Einstich, zu öffnen und zu entleeren. Der Eingriff ist mittels lokaler Betäubung schmerzfrei und innerhalb kurzer Zeit erledigt. Das Öffnen in Eigenregie ist unbedingt zu vermeiden, da Erreger möglicherweise zu weiteren Infektionen führen können. Ein Gerstenkorn selber aufstechen ist die schlechteste Vorgehensweise und daher unbedingt zu vermeiden.

Im Internet und der Literatur finden sich außerdem einige Hausmittel, um das Gerstenkorn zu behandeln, beziehungsweise den Heilungsprozess zu beschleunigen. Insbesondere Behandlungen mit einer Infrarot-Lampe (Rotlicht) und trockene Wärme, beispielsweise durch ein Kirschkernkissen haben sich hier als nützlich erwiesen. Nicht zu empfehlen sind heiße Umschläge oder Verbände, die in heißem oder warmem Wasser getränkt wurden. Die Feuchtigkeit weicht die umliegende Haut auf und kann dazu führen, dass sich Keime weiterverbreiten und die Infektion an anderer Stelle erneut auftritt.

Auf das Tragen von Kontaktlinsen, das Auftragen von Make-Up und Pflegeprodukten, sowie anderen Kosmetika sollte während der Dauer der Symptome verzichtet werden. Insbesondere Make-Up und Pflegeprodukte können die Haut reizen und den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen.

Wichtige Hinweise zur Ansteckungsgefahr und der Behandlung von Kindern

Grundsätzlich sind die für ein Gerstenkorn ursächlichen Erreger übertragbar, sodass ein Gerstenkorn als ansteckend angesehen werden kann. Menschen mit funktionierendem Immunsystem sind zwar weniger gefährdet, gängige Vorsichtsmaßnahmen, wie die Desinfektion von Händen, sollten aber eingehalten werden, um eine Übertragung von Erregern zu vermeiden. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn etwa Eltern einem Kind Salbe auftragen müssen und dabei direkt mit der Infektion in Berührung kommen.

Merke: Gerstenkorn kann ansteckend sein. Bei Kontakt die Hände sofort gründlich waschen und wenn möglich desinfizieren!

Um eine möglichst schnelle Heilung zu gewährleisten, darf die betroffene Stelle möglichst nicht berührt werden. Dies wird jedoch durch den Juckreiz und die Schwellung erheblich erschwert und kann insbesondere bei kleinen Kindern die Therapie erschweren. Hier können etwa passende Augenpflaster zur Hilfe genommen werden, die den direkten Kontakt zwischen Fingern und Infektionsherd unterbinden.

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