Der Ziliarmuskel im Auge

Zuletzt aktualisiert am 27. November 2020 von Lasikon.de

Der Ziliarmuskel (lat. Corpus ciliare), auch Ziliar- oder Strahlenkörper genannt, ist ein ringförmiger Muskel im Auge, an dem die Augenlinse (über den dazwischen befindlichen Zonulafasern) angehängt ist. Linse und Ziliarmuskeln befinden sich hinter der Hornhaut und dem Kammerwasser. Über diesen Muskel kann die Augenlinse aktiv verformt werden.

Ziliarmuskel (Auge)
Ziliarmuskel oder Ziliarkörper (angespannt und entspannt)

Die Augenlinse ist nicht direkt mit dem Ziliarmuskel bzw, Ziliarkörper verbunden, sondern über die sog. Zonulafasern aufgehängt (in der Abbildung oben grün dargestellt).

Ziliarmuskel (Augenquerschnitt), Aufhängung der Linse
Ziliarmuskel (Augenquerschnitt) – Aufhängung der Linse

Ziliarmuskel Funktion: Bei jeder Sehentfernung scharf sehen

Die Augenlinse ist normalerweise fast kugelförmig. Ihre langgestreckte, linsenartige Form erhält sie im Wesentlichen durch den Innendruck des Auges (Glaskörper). Der Muskel hat im entspannten Zustand eine gewisse räumliche Ausdehnung, die für einen Normalzustand des Augeninnendrucks sorgt – und damit für die Form der Linse im entspannten Auge. Wenn sich der Muskel nun anspannt, verringert er seine räumliche Ausdehnung. Dadurch wird der Raum im Auge größer, der Augeninnendruck sinkt. Dadurch kann sich die Augenlinse in Richtung ihrer Kugelgestalt ausdehnen. So lässt sich die Funktion des Ziliarmuskel am besten beschreiben.

Spannt sich der Ziliarmuskel im Auge an, so ändert die Linse ihre Form und wird dicker. Dadurch verändert sich die Brechkraft: Das Auge kann so Dinge in der Nähe scharf sehen. Ist der Muskel entspannt, dann nimmt die Linse eine längliche Form an: dadurch verändert sich die Brechkraft der Linse so, dass man Dinge im Fernbereich scharf erkennen kann. Diese aktive Anpassung der Augenlinse an die jeweils erforderliche Entfernung nennt man Akkommodation.

Akkommodation (Auge)Akkommodation des Auges

Die Augenlinse ist nicht direkt mit dem Ziliarmuskel im Auge und deren Funktion verbunden, sondern über die sog. Zonulafasern aufgehängt (in der Abbildung oben grün dargestellt). Spannt sich der Muskel an, so nimmt er weniger Raum ein. Der Glaskörper im Auge kann sich ausdehnen, der Augeninnendruck sinkt. Dadurch verändert die Augenlinse ihr Form in Richtung kugelförmig. Ergebnis: man kann in der Nähe scharf sehen.

Aufgabe des Ziliarmuskels im späteren Lebensabschnitt

Im Laufe des Lebens verfestigt sich die Augenlinse. Dadurch verliert sie ihre Fähigkeit, sich in Richtung Kugel auszudehnen. Der Effekt ist, dass man trotz angespanntem Ziliarmuskel den Innendruck nicht mehr so verringern kann (der Ziliarmuskel Aufgabe nicht mehr in der Form nachkommen kann), dass sich die Augenlinse ausreichend ausdehnt. Diesen Effekt nennt man Alterssichtigkeit – der Verlust der Fähigkeit zur Akkommodation.

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