Grauer Star – Symptome, Ursache und Therapie

Die Diagnose Grauer Star ist auch als Linsentrübung oder als Katarakt bekannt und gehört zu den häufigsten Augenkrankheiten im Alter. Das Sehvermögen, welches durch die Trübung verursacht wird, kann durch eine Katarakt-OP allerdings wieder stark verbessert werden. Lesen Sie im nachfolgenden Ratgeber mehr über die Symptome, die generellen Ursachen sowie die Behandlungsmöglichkeiten beim Grauen Star.

Was ist Grauer Star?

Wer bei der Diagnose „Grauer Star“ an den beliebten Singvogel denkt, irrt sich. Mit diesem Tier hat die Krankheit nichts zu tun. Stattdessen leitet sich das Wort „Star“ von der Tatsache ab, dass Patienten bei dieser Problematik einen starren Blick hatten. Da die Krankheit früher nicht mit einer Katarakt-Operation behandelt wurde, kam es häufig zum Erblinden der Personen – daher eine gräuliche Pupille, wodurch sich „Grauer Star“ ableitet.

Katarakt - eingetrübte Augenlinse
Katarakt: eingetrübte Augenlinse

Mit Augenkrankheiten wie Makuladegeneration (auch als „Gelber Fleck“ bekannt) oder Glaukom (Grüner Star) hat der klassische Grauer Star nichts zu tun. Zwar kann es nach einer Katarakt-OP zu einem „Nachstar“ kommen, bei dem die hintere Linsenkapsel getrübt wird. Hierbei handelt es sich allerdings um eine eigene Problematik, die durchschnittlich nur noch bei circa vier Prozent der Behandlungen auftritt.

Symptome beim Grauer Star

Die folgende Abbildung veranschaulicht, wie hinderlich der Seheindruck bei einem fortgeschrittenem Grauen Star ist:

Grauer Star Seheindruck
Seheindruck: Rechts: Grauer Star – Links: normalsichtig

Wer unter Grauer Star leidet, bemerkt dies in der Regel durch verschiedene Signale. Dabei müssen nicht alle Symptome auftreten, sondern auch einzelne Beschwerden können Anlass dazu geben, einen Augenarzt für eine genaue Klärung aufzusuchen.

Ist die Linsentrübung bereits weiter fortgeschritten, so kann es dadurch zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Sehvermögens kommen.

Ursachen und Risiken für die Augenerkrankung

Fakt ist, dass Grauer Star zwar mit jedem Alter auftreten kann, aber ab 60 Jahren vermehrt anzutreffen ist. Ab diesem Alter ist die Linse weniger elastisch, was bedeutet, dass sie sich verhärten kann und damit getrübt ist. Da diese Problematik der Augenlinse auch in jungen Jahren auftreten kann, handelt es sich nicht zwangsweise nur um ein Problem älterer Menschen.

Wenn es um starke Sehminderungen geht, dann ist Grauer Star für mehr als 40 Prozent dieser Probleme verantwortlich. Eine Katarakt-Operation kann immerhin Abhilfe schaffen und die Augenlinse stark verbessern.

Doch warum kommt es überhaupt zu einem Grauer Star? Welche Personen sind davon betroffen? Es gibt gewisse Faktoren, die als Risiken einzustufen sind – alternativ kann Grauer Star auch erblich bedingt sein. In Summe gesehen lässt sich Grauer Star in drei Kategorien aufteilen.

Kategorie Art Risiken
Erblicher Grauer Star
  • Altersstar
  • als Begleiterkrankung
  • als erbliches Syndrom
    bei gesunden Menschen
  • Da diese Situationen erblich bedingt sind, lässt sich das Risiko leider nicht verhindern
Grauer Star durch Risiken
  • durch äußere Einflüsse
  • durch innere Einflüsse
  • durch Fehlsichtigkeiten
  • durch Erkrankungen
  • durch Nährstoffmangel
  • durch Medikamente
  • Strahlen (z.B. UV)
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • Augenerkrankungen
  • Fehlsichtigkeiten
  • weitere Erkrankungen
  • Nährstoffmangel
  • Medikamente (z.B. Kortison)
  • Augenoperationen
Angeborener Grauer Star
  • durch Schädigung in der Schwangerschaft
  • z.B. durch Röteln oder Mumps bei der werdenden Mutter

Wissenswert: Im höheren Alter ist die Trübung der Augenlinse fast normal. Wenn diese Trübung allerdings im Alltag zu erheblichen Einschränkungen führt, spricht man (in diesem Alter) von Grauer Star, was eine Grauer-Star-OP nach sich ziehen würde.

Therapie: Von der OP des Grauen Stars bis zur Laseroperation

Mit der Diagnose Grauer Star gibt es glücklicherweise verschiedene Möglichkeiten, die Beeinträchtigung der Sehfähigkeit zu verbessern. Standardmäßig wird bei einer Katarakt-OP ein Linsenaustausch vorgenommen. Diese Behandlung gehört mit mehr als 700.000 jährlichen Eingriffen zum Standard für viele Ärzte.

Bei der Grauer-Star-Operation tauscht der zu behandelnde Arzt die getrübte Linse gegen eine Kunstlinse aus, die in der Regel aus Silikon oder aus Acryl besteht. Die Katarakt-Operation findet meistens nicht in Vollnarkose, sondern nur mit örtlicher Betäubung statt, teilweise komplett ambulant, wenn der Patient stabil genug ist und eine passende Unterstützung und Betreuung erhält.

Wenn Patienten „nur“ einen kleinen Schleier und damit geringe Beeinträchtigungen besitzen, ist dies nicht immer gleich ein Grund für eine Grauer-Star-Operation. Kommt es allerdings zu Komplikationen oder starken Beeinträchtigungen, wird in der Regel immer zu einer Grauer-Star-OP geraten. Diese Behandlung lässt sich jederzeit durchführen und ist nicht auf ein bestimmtes Stadium begrenzt.

Alternativ können Ärzte auch den Grauen Star lasern. Bei dieser modernen Behandlung kommt ein Femtosekundenlaser zum Einsatz, der für einen sehr präzisen Schnitt in der Hornhaut (Cornea) sorgt. Auch bei der Laseroperation wird eine künstliche Linse eingesetzt, nachdem der Laser (statt durch Messer) drei Hornhautöffnungen hergestellt hat, ähnlich zur Operation mittels Femto-Lasik.

Linsenimplantat

Linsenimplantat Bildquelle: Wikimedia

Zwar entscheiden sich viele Patienten nicht dazu, Grauer Star lasern zu lassen, sondern setzen dabei eher auf eine klassische Grauer-Star-Operation, doch für den Nachstar kommt diese Laser-Behandlung dagegen meistens zum Einsatz. Diese Problematik nach einer Katarakt-OP lässt sich durch einen kleinen Laser-Eingriff relativ schnell lösen, damit das einfallende Licht wieder durchtreten kann.

Katarakt-OP: Kosten und Krankenkassen-Übernahme

Da das moderne Lasern des Grauer Stars sowie die klassische Operation dieser Augenerkrankung nicht gerade billig ist, interessieren sich die meisten Patienten garantiert dafür, ob die Kosten der Grauer-Star-OP von der Krankenkasse übernommen werden.

Entwarnung: Ja, die Katarakt-OP-Kosten werden standardmäßig von der Krankenkasse bezahlt, wenn es sich um ein Standard-Verfahren und eine Standard-Linse handelt.

Wenn Sie jedoch auf den IOL Master setzen wollen, müssen Sie die Kosten  der Messung selbst tragen, sofern Sie Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung sind. Der IOL Master ist ein modernes und sehr genaues Diagnosegerät der Firma Zeiss und ermöglicht die exakte Ausmessung der Augen vor einer Katarakt-Operation.

Bei der Standard-Linse handelt es sich um eine Monofokallinse. In diesem Fall werden die Grauer-Star-OP-Kosten von der Krankenkasse übernommen. Wenn Sie dagegen eine Intraokularlinse mit weiterem Nutzen wünschen, kann es ebenfalls zu Zusatzkosten kommen, die nicht gerade gering ausfallen. Wie beim medizinisch nicht-notwendigen Augenlasern zum Ersetzen der Brille scheiden sich die Geister – bzw. die Krankenkassen. Teilweise haben Privatpatienten die Chance auf eine Übernahme, teilweise müssen die Kosten allerdings vollständig selbst übernommen werden.

Neuen Kommentar verfassen

Haben Sie selbst Erfahrungen mit diesem Thema gemacht, eine Frage dazu oder möchten unseren Lesern etwas mitteilen?


Konnten wir Ihnen weiterhelfen? Dann bewerten Sie uns bitte:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (16 Bewertungen, Durchschnitt: 4,38 von 5)
Loading...
X
Welche Augenlaser-Methode ist die beste und günstigste für Sie?
Hier klicken & kostenlos prüfen!