Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum)

Frühgeborenen Retinopathie Symptome, Leitlinien und Spätfolgen der BehandlungDie Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum): Alles zum Krankheitsbild, Symptomen und Therapie

Im Bereich des Auges gibt es bestimmte Krankheitsbilder, die gehäuft bei Neugeborenen oder Kleinkindern auftreten. Eines dieser Krankheitsbilder ist die Retinopathia praematurorum, abgekürzt auch RPM genannt. Weitere Bezeichnungen für die RPM sind retrolentale Fibroplasie oder RLF, welche meist synonym verwendet werden. Grundsätzlich handelt es sich bei der RPM um eine Erkrankung der Netzhaut (Retina), die zu den sogenannten Pseudogliomen gezählt wird. Typisch für die RPM sind Symptome, die auch bei einem wesentlich gefährlicheren Retinoblastom auftreten können. Da die Entstehung einer RPM jedoch spezifische Ursachen hat, kann diese auch meist direkt diagnostiziert und behandelt werden.

Alles Wichtige rund um die Ursachen der Retinopathie bei Frühgeborenen, die Behandlung und Heilungsaussichten sowie mögliche Spätfolgen erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Ursache der RPM – Frühgeburten als Auslöser

Eine Frühgeborenen-Retinopathie tritt, wie der Name schon vermuten lässt, bei Frühgeborenen auf. Eine Frühgeburt allein ist jedoch nicht die Ursache für eine RPM, sondern eine unvollständige Ausreifung der Gefäße der äußeren Netzhaut, die zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht abgeschlossen ist und gleichzeitig die Kombination mit einer künstlichen Beatmung in den ersten Tagen nach der Geburt des Säuglings.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein frühgeborenes Baby an der RPM-Krankheit leidet, ist höher, je früher die Geburt stattfindet und je geringer das Geburtsgewicht ist. Grundsätzlich lässt sich die Entstehung einer RPM so erklären, dass die eigentlich vollständige Entwicklung der Netzhaut und anderer Bereiche im Rahmen der Schwangerschaft durch die frühe Geburt unterbrochen wurde. So ist bei einem Frühgeborenen die Netzhaut noch nicht vollständig entwickelt. Um diese Entwicklung voranzutreiben, herrscht im Mutterleib ein relativer Sauerstoffmangel, der die Netzhautgefäße zur Entwicklung anregt.

Kommt ein Kind nun zu früh auf die Welt und unterbleibt diese eigentlich notwendige Unterversorgung mit Sauerstoff, so können die Netzhautgefäße nicht weiter ausreifen. Da die Gefahr einer RPM jedoch hinlänglich bekannt ist, wird in der Regel eine entsprechende Untersuchung durchgeführt und gegebenenfalls nötige Therapiemaßnahmen können umgehend in die Wege geleitet werden.

Diagnose und Therapie der Frühgeborenen-Retinopathie

Die gute Nachricht für die Eltern frühgeborener Kinder ist die intensive medizinische Versorgung in Deutschland, die einem Frühchen zu Teil wird und die damit verbundene hohe Wahrscheinlichkeit einer schnellen Diagnose und entsprechend schnellen Therapie der Retinopathie. Dazu gehört auch die regelmäßige Begutachtung des Kindes in den ersten Wochen nach der Geburt, insbesondere dann, wenn eine künstliche Beatmung des Babys notwendig war.

Um eine RPM bei Frühgeborenen zu behandeln, sind weitere Untersuchungen notwendig, die das Krankheitsbild genauer spezifizieren. So spielt es für die Wahl der richtigen Therapie etwa eine Rolle, wo genau die Krankheit lokalisiert wird und in welchem Stadium sie sich befindet. Insgesamt lassen sich in der medizinischen Fachliteratur fünf Stadien der Frühgeborenen-Retinopathie unterscheiden:

Je nach Art und Ausprägung, können die Stadien noch detaillierter bezeichnet werden, um so die Therapie der RPM effizienter zu gestalten. Sind also alle relevanten Parameter festgestellt worden, so kann die RPM auf geeignete Art und Weise therapiert werden. Begleitet wird die Therapie von einem Facharzt für Augenheilkunde, der auch die Wirksamkeit der Behandlung überwacht und gegebenenfalls anpasst. In frühen Stadien bedarf es nicht immer einer Therapie, da eine Spontanheilung möglich ist. Darauf verlassen sollten sich Eltern jedoch nicht, sodass auch die Möglichkeit einer spontanen Heilung erst durch den Augenarzt festgestellt werden sollte.

In fortgeschrittenen Stadien kann eine Verödung der nicht versorgten Teile der Netzhaut nötig werden. Diese erfolgt entweder mittels Laserkoagulation oder Kryo-Therapie (Behandlung mit Eis). Kommt es zu einer Abhebung der Netzhaut, so muss dies operativ behandelt werden. Ein etabliertes Operationsverfahren ist unter dem Namen Vitrektomie bekannt.

Verlauf, Heilungschancen und Spätfolgen

Aufgrund der engmaschigen medizinischen Versorgung von Frühgeborenen ist die Wahrscheinlichkeit einer Diagnose und der Erfolg einer Behandlung hoch. Grundsätzlich lassen sich die Folgen einer RPM durch eine zügige und engmaschige Behandlung gut behandeln. Dennoch sind in schweren Stadien mit Einschränkungen zu rechnen, die aber durch andere Behandlungsmöglichkeiten, wie etwa einer Brille, im späteren Leben kaum zu Beeinträchtigungen führen.

Eine RPM kann jedoch auch viele Jahre nach der Behandlung noch zu einer spontanen Netzhautablösung führen, bei der es sich um einen medizinischen Notfall handelt, der dringend behandelt werden muss. Betroffene oder die Eltern von betroffenen Kindern sollten also erhöhte Vorsicht walten lassen und ernsthafte Spätfolgen sofort untersuchen lassen, sobald Beschwerden im Bereich der Augen auftauchen. In solchen Fällen ist grundsätzlich die Konsultation eines Augenarztes empfehlenswert, um so das Risiko dauerhafter Einschränkungen mit entsprechenden Spätfolgen zu minimieren.

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