Grüner Star (Glaukom)

Zuletzt aktualisiert am 31. Januar 2021 von Lasikon.de

Grüner Star Operation möglich? Übersicht zu Symptomen und TherapiemöglichkeitenGrüner Star – Informationen zu Ursachen, Symptomen und neue Therapien des Glaukoms

Umgangssprachlich wird die Augenerkrankung Glaukom auch Grüner Star benannt. Die Herkunft der Bezeichnung Glaukom geht bis auf Aristoteles zurück, der erstmals die Veränderung im Bezug auf das Auge beschrieb. Behandlungsmöglichkeiten sollte es aber bis ins 20. Jahrhundert nicht geben. Erst mit dem Siegeszug der modernen Medizin und neuen Therapien wurde auch Grüner Star zu einer gut behandelbaren Augenkrankheit.

Wichtig: Grüner Star ist von Grauer Star zu unterscheiden. Es handelt sich zwar um ähnliche Krankheitsbilder, beide Erkrankungen bedürfen jedoch einer speziellen Therapie und sind dementsprechend unterschiedlich zu behandeln.

Ursachen und Krankheitsverlauf

Grundsätzlich ist unter einem Glaukom, also Grüner Star, eine Augenerkrankung zu verstehen, die den Sehnerv beeinträchtigt und die Linse trübt. Besonders der Augeninnendruck spielt dabei eine wichtige Rolle, wenngleich ein erhöhter Augeninnendruck nicht immer die Ursache eines Glaukoms sein muss. Folge eines Glaukoms sind unterschiedlich starke Ausfälle im Gesichtsfeld, die im schlimmsten Fall zur vollständigen Erblindung führen können. Ein Glaukom kann außerdem unterschiedlich ausgeprägt sein: So wird zwischen dem

  • Engwinkelglaukom,
  • Offenwinkelglaukom und dem
  • Normaldruckglaukom unterschieden.

Auf deren individuelle Ursachen wird nachfolgend genauer eingegangen.

Für die Diagnose des Glaukoms spielt vor allem die Früherkennung eine wichtige Rolle, da diese es erlaubt, Schäden zu minimieren. Problematisch ist dabei vor allem, dass das menschliche Gehirn in der Lage ist bestimmte Beeinträchtigungen unbewusst auszugleichen. Zeigen sich schließlich typische Symptome eines Glaukoms, so ist die Augenkrankheit meistens schon in einem fortgeschrittenen Stadium und der Besuch eines Facharztes für Augenheilkunde dringend angeraten. Eine reine Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt kann ein Glaukom jedoch bereits dann erkennen, wenn ein Patient noch keine Beeinträchtigungen spürt.

Die Ursachen für ein Glaukom sind vielfältig. Eindeutige Ursachen lassen sich jedoch nur selten ausmachen. Viel mehr gibt es Risikofaktoren, die die Entstehung eines grünen Stars begünstigen. Dazu gehören:

  • Ein erhöhter Augeninnendruck.
  • Sehr dünne Cornea (Hornhaut).
  • Ein von der Norm abweichender Blutdruck: Sowohl ein sehr niedriger, als auch ein stark schwankender Blutdruck können die Entstehung des grünen Stars begünstigen (auch in Folge der Behandlung von Bluthochdruck). Gleiches gilt für einen hohen Blutdruck, durch den die Gefäße, die den Sehnerv versorgen beschädigt werden.
  • Wie für viele andere sekundäre Krankheitsbilder zählt auch Diabetes mellitus zu den potentiellen Risikofaktoren.
  • Andere typische Risikofaktoren sind hohe Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit und ein hohes Alter (siehe auch Alterssichtigkeit).
  • Darüber hinaus sind auch die genetische Veranlagung und sogar die Hautfarbe ein Risikofaktor. Studien zu Folge haben Menschen mit dunklerer Haut ein bis zu fünffach erhöhtes Risiko an einem Glaukom zu erkranken.

Es wird vermutet, dass weitere Dinge die Entstehung des Grünen Stars begünstigen können. Beispielsweise spielt die Ernährung eine wichtige Rolle: Menschen mit einem niedrigen Body-Mass-Index (BMI) sind weitaus häufiger betroffen als Normal- oder Übergewichtige.


Behandlung von Grüner Star: Keine Zeit verlieren

Ist der grüne Star diagnostiziert worden, beginnt die Behandlung zeitnah. Hinsichtlich der Therapie gibt es je nach Ausprägung des Glaukoms unterschiedliche Möglichkeiten. Wird festgestellt, dass der Augeninnendruck zu hoch ist, so muss dieser zunächst gesenkt und dauerhaft auf einem ungefährlichen Niveau gehalten werden. Wie hoch der Zieldruck sein soll, wird erst im Rahmen von weiteren regelmäßigen Untersuchungen festgelegt. Oberstes Ziel der erfolgreichen Behandlung ist beim Glaukom das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, da einmal manifestierte Schäden am Auge nicht rückgängig gemacht werden können.

In der Regel wird mit einer medikamentösen Therapie begonnen, die bei vielen Patienten die gewünschten Resultate erzielt. Ist dies hingegen nicht der Fall, kommen beim Grünen Star Laser OP und andere Operationstechniken zum Einsatz. Auf die Glaukom Laseroperation wird nach der Beschreibung der medikamentösen Therapiemöglichkeiten ebenfalls noch genauer eingegangen.

Typische Medikamente, die zur Therapie des Glaukoms verwendet werden, sind meist Augentropfen, die verschiedene Wirkstoffe enthalten. Dazu gehören:

  • Betablocker wie Timolol und Levobunolol
  • Cholinergika wie Carbachol und Pilocarpin
  • Prostagladine wie Latanoprost, Travoprost, Miatoprost und Tafluprost
  • Weitere Medikamente wie Clonidin oder Brinzolamid, Dorzolamid oder Acetazolamid

Aufgrund der komplexen Erscheinungsform kann es vorkommen, dass mehrere unterschiedliche Medikamente als Kombination verschrieben werden. Um die Applikation zu vereinfachen stehen mittlerweile auch Kombipräparate aus bestimmten oben beschriebenen Wirkstoffen zur Verfügung. Es empfiehlt sich dringend, auf den Rat des behandelnden Arztes zu hören und die Einnahme-Vorgaben einzuhalten.

Zur Wirkung der Medikamente gehören vor allem:

  • Verminderung der Kammerwasserproduktion aus dem Ziliarkörper
  • Erhöhung der Durchlässigkeit des Ziliarkörpers
  • Kontraktion des Ziliarkörpers erhöhen

Ist eine rein medikamentöse Therapie nicht zielführend, so stehen weitere Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Oft wird der grüne Star mit Laser behandelt, wobei hier ebenfalls verschiedene Operationsverfahren zum Einsatz kommen. Eine pauschale Aussage, welches Verfahren als beste Lasertherapie für Glaukom-Patienten geeignet ist, lässt sich aufgrund der zahlreichen Erscheinungsformen nicht ohne ärztlichen Rat treffen. Mittlerweile stehen für die Behandlung des grünen Stars neue operative Verfahren zur Verfügung, die vor allem bei schweren Fällen zum Einsatz kommen. Etablierte Operationsverfahren beim Grünen Star sind:

  • Goniotrepanation
  • Trabekulotomie und Goniotomie
  • Iridektomie
  • Kanaloplastie
  • Einsetzen von Implantaten zur Verminderung des Augeninnendrucks

Die Diagnose Grüner Star – Unbedingt Augenarzt aufsuchen

Der Besuch beim Augenarzt ist bei diesem Krankheitsbild unverzichtbar. Treten die oben beschriebenen Glaukom Symptome auf, so gilt es, keine Zeit zu verlieren. Der Augenarzt selbst wird zunächst mit der Diagnose beginnen. Im Rahmen der Diagnose wird zunächst der Augeninnendruck und gegebenenfalls die Hornhautdicke gemessen. Mit Hilfe dieser Messungen ist eine zweifelsfreie Diagnose jedoch noch nicht möglich, da ein Glaukom nicht immer eine Erhöhung des Augeninnendrucks zur Folge hat. So wird der Augenarzt den Augenhintergrund mit Hilfe eines dreidimensionalen Bildes untersuchen, auf dem Rotlicht herausgefiltert wurde. Dadurch werden dann gegebenenfalls defekte Nervenfasern sichtbar. Je nach Fall wird außerdem eine Gesichtsfelduntersuchung, die in der Medizin auch Perimetrie genannt wird, durchgeführt.

Daneben existieren weitere Diagnoseverfahren, bei denen mittels bildgebender Laserverfahren eine Untersuchung stattfindet. Diese Verfahren gehören allerdings nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung, die Kosten müssen also, falls gewünscht, von gesetzlich Versicherten selbst übernommen werden.

Ist Grüner Star diagnostiziert, sind noch Folgeuntersuchungen notwendig, um das Glaukom zu klassifizieren. Erst nach der Klassifizierung ist die Glaukom Diagnose abgeschlossen und die Behandlung mit der besten Therapieform kann in die Wege geleitet werden.

Spezielle Vorsorgeuntersuchungen zur Erkennung eines Glaukoms gibt es zurzeit nicht. Die Früherkennung im Rahmen von augenärztlichen Untersuchungen anderer Erkrankungen ist daher wichtig für die Diagnose, da, wie zuvor erwähnt, typische Symptome aufgrund der Kompensationsmechanismen des menschlichen Gehirns meist erst in fortgeschrittenen Stadien wahrgenommen werden können.

FAQ – Häufige Fragen zu Grüner Star (Glaukom)

Bei einem Glaukom (grüner Star) zeigen sich je nach Krankheitsform und Fortschreiten unterschiedliche Symptome. Er tritt vermehrt im Alter ab 60 Jahren auf. Der Verlauf ist schleichend. Anfangs bleibt die Erkrankung unauffällig. Symptome im fortgeschrittenen Stadium:
  • erhöhter Augendruck
  • Beeinträchtigung des Sehnervs
  • Gesichtsfeldausfall
Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt helfen, das Glaukom frühzeitig zu erkennen.
Wichtig ist eine schnelle Diagnose der Erkrankung, da ein Glaukom (grüner Star) im schlimmsten Fall zum Erblinden führt. Bei erhöhtem Augeninnendruck senkt der Arzt diesen durch eine medikamentöse Behandlung mit Augentropfen. Reicht dies nicht aus, zieht er eine Augenlaseroperation in Betracht. In schweren Fällen kommen operative Verfahren zum Einsatz.

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