Lidrandentzündung (Blepharitis)

Lidrandentzündung: Ursachen und Behandlung bei Entzündungen der AugenliderRatgeber Lidrandentzündung (Blepharitis): Ursachen, Symptome, Therapie und Hausmittel

Bei einer Lidrandentzündung handelt es sich um eine Entzündung der Augenlider, die auch als Blepharitis bezeichnet wird. Die Bezeichnung Lidrandentzündung oder Blepharitis ist jedoch ungenau, da eine Lidrandentzündung zeitgleich mit anderen Entzündungskrankheiten am Auge auftreten kann, wie etwa einer Entzündung der Bindehaut, die auch als Konjunktivitis bekannt ist. Mediziner sprechen dann von einer Blepharokonjunktivitis. Auch ist die Bezeichnung Blepharitis nur als Oberbegriff für diverse Erscheinungsformen der Krankheit zu verstehen. Lassen sich die Ursachen oder Orte an denen eine Blepharitis in Erscheinung tritt eindeutig ausmachen, so werden die Diagnosebezeichnungen wesentlich spezifischer.

Sind beispielsweise lediglich die Meibomschen Drüsen von einer Entzündung betroffen, so ist von einer Meibomitis die Rede. Sind hingegen lediglich die Lidwinkel des Augenlids entzündet, so spricht der Augenarzt von einer Blepharitis angularis. Darüber hinaus existieren weitere Ausprägungen, wie das Hordoleum, besser bekannt als Gerstenkorn, oder die Entstehung durch einen Staphylokokkeninfekt der Zeis-Drüsen. Je nach Art der Lidrandentzündung ist nicht immer zwingend der Besuch eines Facharztes für Augenheilkunde nötig, wenngleich so eine erfolgreiche Behandlung beschleunigt wird. Erst, wenn typische Hausmittel und die Einhaltung von Hygienevorschriften nicht ausreichen, ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich.

Weiterhin werden verschiedene Formen unterschieden:

Im nachfolgenden Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Blespharitis und Informationen über potentielle Hausmittel die für eine erfolgreiche Behandlung der Entzündungen am Augenlid in Frage kommen.

Die Ursachen der Lidrandentzündung sind vielfältig

Eine Lidrandentzündung kann die Folge unterschiedlicher Einflüsse sein. Eine große Rolle spielen dabei etwa äußere Einflüsse, wie eine besonders trockene Raumluft, eine hohe Feinstaubbelastung oder schlicht Zigarettenrauch. Auch andere Hauterkrankungen in der Nähe der Augen, wie etwa eine schuppende Dermatitis können ursächlich für die Entstehung einer Blepharitis sein.

Eine weitere mögliche Ursache für Entzündungen des Augenlidrandes ist die Infektion mit Bakterien, Viren oder Mikroben wie Zecken oder Läusen. Die Umgebung des Augenlids ist sehr feucht und bietet somit ein optimales Milieu für die Vermehrung. Ob es sich um eine infektiös bedingte Blepharitis handelt, kann ein Augenarzt mit Hilfe eines Abstriches herausfinden. Weiterhin kann eine Lidrandentzündung durch allergische Reaktionen oder chemische Stoffe verursacht werden. Beispielsweise führt die übermäßige Nutzung von Kosmetika, Salben oder Reinigungsmitteln häufig zunächst zu Hautreizungen und minimalen Verletzungen, die dann in eine Entzündung des Lidrandes übergehen können.

Eine andere Ursache für die Lidrandentzündung ist das Vorhandensein einer okulären Rosazea. Dabei handelt es sich um eine häufige Hautkrankheit, die meist chronisch verläuft, bei vielen Patienten aber meist beschwerdefrei bleibt. Typisch für die Rosazea sind rote, schuppende Hautstellen im T-Bereich des Gesichts.

Symptome der Blepharitis

Für eine Blepharitis sind zahlreiche Symptome typisch. Diese können, müssen aber nicht zwingend auftreten. Ein deutlicher Hinweis auf eine Lidrandentzündung ist das Symptom verklebter Augenlider und Wimpern, welches sich besonders morgens nach dem Aufstehen zeigt. Bedingt durch die Entzündung, kann das betroffene Augenlid anschwellen und erröten. Auch starker Juckreiz oder ein als unangenehm empfundenes Brennen ist als typisches Symptom bekannt. Schwellungen, Rötungen und Juckreiz können sich gegenseitig verstärken, sodass es mitunter zu einem starken Fremdkörpergefühl im Auge kommt.

In besonders schweren Fällen wurde beobachtet, dass es zu einem Ausfall der Wimpern kommt. Diese wachsen nach dem Abklingen der Entzündung jedoch wieder nach. Meist entwickelt sich eine Blepharitis langsam, sodass manche Symptome bereits frühzeitig bemerkt werden können. Es besteht die Möglichkeit, der Ausbreitung der Erkrankung mit diversen Hausmitteln entgegenzuwirken, wenngleich dies nicht immer zum Erfolg führt. Betroffene sollten also die Symptome aufmerksam beobachten und zumindest den Besuch eines Facharztes für Augenheilkunde in Betracht ziehen, wenn sich diese nicht bessern.

Hausmittel gegen Lidrandentzündung oder Arztbesuch?

Eine Lidrandentzündung bedarf nicht zwingend einer medizinischen Behandlung durch einen Arzt. Generell gilt hier die Empfehlung, dass ein Arzt dann aufzusuchen ist, wenn die Symptome nach wenigen Tagen nicht abklingen oder gar verstärken. Davor kann mit geeigneten Hausmitteln versucht werden, der Lidrandentzündung selbst Herr zu werden. Folgende Hausmittel gegen Lidrandentzündung sind empfehlenswert:

Generell gilt auch die Empfehlung, dass vor einer Eigenbehandlung die Hände gewaschen oder desinfiziert werden. Führen die Hausmittel nicht zum Erfolg, so ist ein Arzt aufzusuchen.

Diagnose und Therapiedauer

Bessern sich die Symptome nach Behandlung mit Hausmitteln nicht, so ist der Besuch beim Augenarzt unumgänglich. Dieser kann dann feststellen, um welche Art von Lidrandentzündung es sich handelt und eine angemessene und wirksame Therapie einleiten. Sind Bakterien oder Viren für die Entzündung verantwortlich, so kommen meist Salben oder Augentropfen mit Antibiotika oder Virustatika zum Einsatz. Bei einer allergisch bedingten Lidrandentzündung kann zunächst eine Behandlung mit Kortison erfolgen. Um ein erneutes Auftreten der Blepharitis zu verhindern, sollte darüber hinaus ein Allergietest durchgeführt werden, um herauszufinden, welche Dinge die allergische Reaktion verursachen. Anschließend muss der Kontakt mit Allergenen vermieden werden und die Allergie dauerhaft behandelt werden, beispielsweise durch langfristige Hyposensibilisierung.

Sind andere Erkrankungen für die Lidrandentzündung verantwortlich, so stehen weitere geeignete Therapien zur Behandlung dieser Erkrankungen zur Verfügung. Die Dauer einer Lidrandentzündung ist unterschiedlich und liegt je nach Patient, Behandlungsintensität und Ausprägung bei etwa fünf bis 14 Tagen.

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