Sehhilfen – zur Verbesserung Ihrer Sehstärke

Bei einer Sehhilfe handelt es sich um ein optisches, alternativ auch um ein optoelektronisches Gerät, welches dafür eingesetzt wird, Schwächen der Augen bei der Sehstärke auszugleichen. Am bekanntesten sind die Sehhilfen Brille und Kontaktlinsen, allerdings fallen auch Lupen oder deren Brillen-Varianten unter die Sehhilfen. Warum eine Seh- oder Lesehilfe getragen werden muss, worauf Sie beim Kauf, bei der Kostenübernahme durch die Krankenkasse und im Alltag achten sollten, lesen Sie bei uns.

Was ist eine Sehhilfe?

Wenn die natürliche Sehstärke des Auges im Alltag oder im Beruf nicht ausreicht und Sie nicht mehr gut sehen, spricht man von einer Sehschwäche. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Sie weit entfernte Objekte schlecht erkennen (Kurzsichtigkeit) oder nahe Objekte (beispielsweise beim Lesen) nicht mehr scharf sehen (Weitsichtigkeit).

Je nachdem, unter welcher Fehlsichtigkeit Sie leiden, ist eine Hilfe zur Vergrößerung oder Fokussierung von Objekten nötig. Auch bei vielen Augenkrankheiten werden Sehhilfen eingesetzt, um die Sehstärke auszugleichen bzw. überhaupt herzustellen.

Mit ihnen kann man aber auch entweder sehr kleine Strukturen beobachten, die für das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges zu klein sind, oder sehr weit entfernte Dinge, die durch die Entfernung selbst für das gesunde Auge nicht mehr erkennbar sind.

Zu Sehhilfen zählen unter anderem:

Für einzelne Situationen werden auch vergrößernde Sehhilfen in Form einer Lupe oder sogar Lupenbrille eingesetzt.

Dioptrien der Fehlsichtigkeit

Wenn von einer Sehschwäche die Rede ist, geht dies meistens einher mit der Bestimmung der Dioptrie (dpt). Hierbei handelt es sich um eine Maßeinheit für die Brechkraft, die teilweise auch Brechwert genannt wird. Eingeführt wurde die Dioptrie im Jahr 1872 von einem französischen Augenarzt namens Ferdinand Monoyer.

Um die Brechkraft, die meistens ab dem 25. Lebensjahr nach und nach ein wenig nachlässt, zu korrigieren, kommen Sehhilfen zum Einsatz. Das können unter anderem eine normale Brille oder Kontaktlinsen für den Alltag sein, aber auch eine Lesehilfe, die nur für diesen Zweck eingesetzt wird.

Welche Sehhilfe wann eingesetzt wird

Je nach Fehlsichtigkeit kommen unterschiedliche Korrektur-Maßnahmen zum Einsatz.

Häufige Fragen zum Thema Augenlasern werden im folgenden Video beantwortet:

Wenn Sie kurzsichtig sind, empfiehlt sich der Einsatz einer Brille oder Kontaktlinsen, um im Alltag bestehen zu können. Das ist unter anderem auch als Autofahrer sehr wichtig, aber auch am Arbeitsplatz kann die gewählte Sehhilfe sehr relevant werden.

Wenn Sie nur ein wenig weitsichtig sind (beispielsweise wegen Altersweitsichtigkeit), dann sind vergrößernde Sehhilfen oft ausreichend, die häufig nur beim Lesen eingesetzt werden.

Sehhilfen im Alltag – von Ferngläsern bis zum Fahren mit Sehhilfe

Wer (noch) keine Brille trägt, hat sich möglicherweise nie Gedanken darum gemacht, wie sich Brillen, Linsen und Co. auf den Alltag auswirken. Fakt ist zwar, dass eine Sehhilfe eine große, wenn nicht sogar absolut nötige Unterstützung darstellt. Fakt ist aber auch, dass beim Tragen dieser Sehhilfe einiges beachtet werden muss.

Sehhilfe beim Autofahren & Führerschein-Eintragungen

Beim Autofahren geht es nicht nur um das eigene Gefühl, sondern vor allem um die Sicherheit. Je nach Fehlsichtigkeit kommt es zu einer Sehhilfenverordnung, was bedeutet, dass Sie eine Führerschein-Sehhilfe benötigen. Im Klartext: Auto fahren ohne Brille wäre in dem Fall nicht mehr erlaubt, da die Sehhilfe zudem mit einem Vermerk im Führerschein eingetragen sein muss. Bereits während der Führerschein-Anmeldung müssen Sie auch einen Sehtest absolvieren, damit geklärt werden kann, ob Fahren mit Sehhilfe oder ohne Unterstützung angebracht ist.

Wenn Sie eine Brille tragen müssen, muss auch zwangsweise die Sehhilfe eingetragen werden – Sie können in diesem Fall zwar immer noch mit Kontaktlinsen fahren, müssen sich jedoch erklären, warum Sie keine Brille tragen. Im EU-Führerschein gibt es mittlerweile bestimmte Schlüsselzahlen, die die verschiedenen Situationen beschreiben. So ist mit 01 beispielsweise angegeben, dass der Inhaber des Führerscheins eine Sehleistung von weniger als 70 Prozent besitzt und daher eine Sehhilfe tragen muss. Alle Schlüsselzahlen und ihre Bedeutung sind auf Wikipedia aufgelistet.

Sie können je nach Sehstärke auch den Eintrag löschen lassen, allerdings sind hier einige Details zu beachten. Nötig ist je nach Stärke ein Gutachten vom Augenarzt, um die Sehhilfe austragen zu lassen. Am besten lassen Sie sich von Ihrem Augenarzt beraten – auch bereits vor einem Führerschein in Sachen Sehhilfenverordnung oder Führerschein-Sehhilfe.

Kostenübernahme und Steuer – das müssen Sie wissen

Wenn Sie auf eine Hilfe für die Korrektur einer Sehschwäche angewiesen sind, die weit über eine Lupe hinausgeht, dann können Sie an Ihre Krankenkasse wenden, um herauszufinden, welche Leistungen in welchem Fall angeboten werden.

Nicht immer ist es nötig, eine Zusatzversicherung abzuschließen, da viele Krankenkassen für Sehbehinderte (zumindest Jüngere) bereits gute Leistungen anbieten. In diesem Fall sollten Sie jedoch bereits vor dem Erwerb passender Produkte genau überlegen und sich vor allem informieren, welche Leistungen von Ihrer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen werden.

Bei den meisten Krankenkassen gehören Brillen beispielsweise nicht zum Standard. Dies gilt oftmals aber nicht für Kinder unter 18 oder für Personen, die eine sehr starke Sehschwäche aufweisen. Diese Personen sind meistens von der Beschränkung ausgenommen und haben in jedem Fall Anspruch auf finanzielle Hilfe zum Sehen.

Bundesweit ist es so, dass die Krankenkasse (wenn überhaupt) nur für die Gläser aufkommt (und auch nur für Festbeträge, also Standard-Gläser) und für Gestelle dagegen nichts bezuschusst. Bei Erwachsenen ist es oft der Fall, dass (wenn überhaupt etwas übernommen wird) ein eigener Bereich finanziert werden muss. Dies ist jedoch ganz von Ihrer Krankenkasse und Ihrer Situation abhängig, daher lässt sich diesbezüglich keine pauschale Aussage treffen. Beim Augenlasern ist die Kostenübernahme durch die Krankenkasse noch strenger.

Bei Kontaktlinsen sieht die Sache schon etwas schwieriger aus. Diese sind bekanntlich deutlich teurer als eine Lupe, im Alltag aber sehr nützlich – gerade beim Sport oder bei bestimmten Berufen. Die Kosten werden von der Versicherung oft nur dann übernommen, wenn sie medizinisch notwendig sind und finanziell mit den Brillengläsern vergleichbar sind, die für den Versicherten übernommen werden würden. Das passende Pflegemittel für Ihre Kontaktlinsen müssen Sie, sofern die Linsen selbst übernommen werden, aber in jedem Fall selbst bezahlen.

Informieren Sie sich in jedem Fall über die Hilfe, die Ihnen zusteht. Gerade bei Kindern kann es ratsam sein, hier ein wenig zu verhandeln. In einigen Fällen werden beispielsweise bruchsichere und deutlich leichtere Gläser für Kinder auf Rezept angeboten und damit übernommen, wenn vom Arzt klargestellt wurde, dass eine Schul- und Sportbrille für das Kind angebracht ist.

Letzter Tipp: Wenn Sie eine Brille selbst bezahlen müssen, sind diese Kosten eigentlich steuerlich absetzbar? In den meisten Fällen können „Krankheitskosten“, zu denen nicht nur Brillen, sondern auch Prothesen oder Medikamente zählen, als außergewöhnliche Belastung beim Finanzamt geltend gemacht werden. Dabei ist wichtig zu wissen, dass oft nicht der gesamte Betrag angerechnet wird, sondern nur die „nicht zumutbare Belastung“. Wie hoch diese Grenze gesetzt wird, hängt vom Einkommen ab. Wenn die Kosten, die geltend gemacht werden sollen, diese Eigenbelastung übersteigen, dann können die Brillenkosten geltend gemacht werden.