Augapfel rot: Ursachen und Behandlung eines roten Augapfels

Zuletzt aktualisiert am 4. März 2021 von Lasikon.de

Ist der Augapfel rot, gibt es eine Vielzahl erdenklicher Ursachen von der Bindehautentzündung über mechanische Reizungen bis hin zum grünen Star. Wir bieten Ihnen einen kleinen Überblick über mögliche Auslöser. In jedem Fall sichert ein Augenarzt eine zuverlässige Diagnose. Auf deren Grundlage verordnet er die entsprechende Therapie.

Wenn der Augapfel rot ist: Bindehautentzündung (Konjunktivitis) als häufigste Ursache

Augapfel rot: Ursachen und Behandlung eines roten AugapfelsEin roter Augapfel ist oft Anzeichen einer Konjunktivitis. Sie betrifft die Bindehaut Ihres Sehorgans. In der gut durchbluteten, durchsichtigen Membran befinden sich zahlreiche Zellen. Diese sind an der Immunabwehr des Auges sowie an der Produktion des Tränenfilms beteiligt. Die Entzündung tritt entweder allein auf oder zieht Lidränder und Hornhaut in Mitleidenschaft.

Bei der Bindehautentzündung erscheint der Augapfel rot. Hinzu kommen weitere Symptome wie:

  • Jucken
  • Brennen
  • Schmerzen
  • Druckgefühl
  • verklebte Augen
  • Nässen
  • Lichtempfindlichkeit
  • geschwollene Augenlider
  • Eiter
  • Fremdkörpergefühl

Teilweise berichten Patienten von einem verschwommenen Seheindruck. Die Sehschärfe beeinflusst die Erkrankung nicht.

Verschiedene Formen der Konjunktivitis im Überblick

Die Auslöser der Konjunktivitis sind vielfältig. Neben Infektionen durch Viren und Bakterien spielen Allergien oder trockene Augen eine Rolle. Nachfolgend erläutern wir die Unterschiede:

Trockenes Auge: Ist der Augapfel rot, liegt das an einer Bindehautentzündung, die durch trockene Augen entsteht. Damit der Sehapparat optimal funktioniert, benötigt er ausreichend Feuchtigkeit in Form des Tränenfilms. Der wässrige Anteil stammt aus den Tränendrüsen. Der fettige Teil aus den Drüsen der Lidkante. Bei einer gestörten Zusammensetzung Ihres Tränenfilms entstehen Irritationen und Entzündungen auf der Oberfläche des Auges.

Um dies zu vermeiden, gibt es Tränenersatzmittel. Die künstlichen Tränen lindern die Beschwerden. Reicht das nicht aus, verschreibt der Augenarzt eine lokale Immunmodulation oder topische Steroide. In einigen Fällen ist eine Fehlsichtigkeit die Ursache. Hier steht die Korrektur durch eine Brille im Vordergrund.

Weitere Gründe für trockene Augen sind eine chronische Lidrandentzündung, systemische Erkrankungen oder eine Lidfehlstellung. Letztere erfordert eine operative Behebung.

UrsacheHinweise
Infektiöse BindehautentzündungIst der Augapfel rot, jucken die Augen und ist die Bindehaut geschwollen, deutet das auf eine Infektion hin. Zusätzlich sondern die Sehorgane Eiter und Tränenflüssigkeit ab. In vielen Fällen sind diese Symptome Begleiterscheinung eines grippalen Infektes oder einer Erkältung. Zur Behebung reichen Augentropfen aus, sofern die Lider nicht extrem anschwellen oder sich Eiter bildet. Dann handelt es sich um eine Infektion mit Bakterien, die einer antibiotischen Therapie bedarf. Bei Kontaktlinsenträgern ist diese besonders gefährlich, da sie zu einer verminderten Sehschärfe führt.
Allergische BindehautentzündungTritt die Konjunktivitis vermehrt im Frühjahr auf, zeigen sich Juckreiz, vermehrter Tränenfluss, Schwellungen der Augenlider und Schmerzen. Ist der Augapfel rot, lindern topische Antiallergika die Beschwerden.

Hochansteckend ist die Keratokonjunktivitis epidemica. Sie entsteht durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen. Bei dem Erreger handelt es sich um hochansteckende, epidemisch auftretende Adenoviren. Darum ist die Erkrankung meldepflichtig. Betroffene klagen über eine geschwollene Bindehaut, Lichtscheu, starkem Juckreiz, Brennen und vermehrten Tränenfluss. Typisch ist ein roter Augapfel. Bei starker Ausprägung der Infektion kommt es zu Lidfehlstellungen, Hornhautnarben und dauerhaften Sehbeeinträchtigungen.

Hier ist besondere Hygiene gefordert, um eine Ansteckung zu vermeiden: Virustragende Personen sind bis zu drei Wochen infektiös. Da die Entzündung einseitig beginnt, besteht die Gefahr, dass sie im Verlauf beide Augen betrifft. Bei der Behandlung steht die Linderung Ihrer Symptome mit Spülungen, Tränenersatzmittel und Augensalbe im Vordergrund.

Hornhautentzündung (Keratitis)

Die Entzündung der Hornhaut äußert sich durch Lichtempfindlichkeit, Schmerzen, verminderten Visus, vermehrten Tränenfluss und einem Augapfel, der rot ist. Ursachen sind bakterielle Infektionen durch Kontaktlinsen, Viren, trockene Augen, Pilze, oberflächliche Augenverletzungen sowie ein geschwächtes Immunsystem. Typisch ist eine Eintrübung der Hornhaut bei Entzündungen der Oberfläche. Bei tieferliegenden Infektionen bildet sich eine dichte Trübung, die sich als weißer Fleck darstellt. Entzündet sich die Bindehaut, entstehen Schmerzen und Rötungen. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei bakteriellen Infekten kommen Antibiotika zum Einsatz.

Lederhautentzündung (Skleritis und Episkleritis)

Augapfel rot: Ursachen und Behandlung eines roten AugapfelsWie äußert sich die Erkrankung? Der Augapfel ist rot. Es zeigen sich bohrende Schmerzen. Die Rötung entsteht durch eine starke Entzündung in den tiefen Gefäßen der Lederhaut und Bindehaut. Sie betrifft den vorderen oder hinteren Teil der Sklera und bewirkt eine Schwellung. Auf der Oberfläche des Auges erscheinen rot-bläuliche Knoten.

Ursächlich ist in der Hälfte der Fälle eine systemische Grunderkrankung wie Rheuma, Morbus Crohn und rheumatische Arthritis. Auch eine Immunreaktion bei Ansteckungen durch Tuberkulose, Borreliose, Syphilis oder Herpes Zoster ist denkbar. Möglich ist, dass eine Infektion der Hornhaut auf die Lederhaut überspringt. Für die Heilbehandlung kommen Antihistaminika, Corticosteroiden, nichtsteroidale Antirheumatika oder immunsuppressive Therapien zur Anwendung. Die Skleritis gefährdet Ihren Visus, führt zur Ausdünnung der Lederhaut und zu Nekrose (Absterben der Zellen). Daher ist eine ärztliche Überwachung notwendig.

Bei der Episklera handelt es sich um eine dünne Membranschicht zwischen Leder- und Bindehaut. Die Entzündung ähnelt der Skleritis. Im Unterschied dazu tritt sie vermehrt bei jüngeren Personen auf, die keine Grunderkrankungen aufweisen. Auch die Schmerzen sind geringer. Entzündet sind die bläulichen Gefäße in der Membran zwischen Binde- und Lederhaut. Diese liegen unter den roten Blutbahnen. Die Behandlung erfolgt mit Tränenersatzmitteln, nichtsteroidalen Antirheumatika oder lokalen Steroiden.

Glaukom (Grüner Star)

Beim grünen Star handelt es sich um eine starke Erhöhung Ihres Augeninnendrucks, die ohne Behandlung zur Erblindung führt. Typisch sind starke Schmerzen am Auge, der Augapfel ist rot, die Hornhaut erscheint milchig. Zusätzlich verringert sich die Sehschärfe. Neben Medikamenten kommen operative Maßnahmen in Betracht.

Bindehautunterblutung (Hyposphagma)

Diese scharf begrenzte Blutung auf einem Auge entsteht durch ein geplatztes Gefäß unterhalb Ihrer Augenbindehaut. Sie führt zu einer blutroten, schmerzlosen Rötung Ihres Sehorganes. Ursächlich sind erhöhter Blutdruck, Traumen, mechanische Reibung oder die Einnahmen von Blutgerinnern. Die Blutung ist ungefährlich und verschwindet von allein.

Lidrandentzündung (Blepharitis)

Augapfel rot: Ursachen und Behandlung eines roten AugapfelsIst der Augapfel rot? Zeigen sich brennende, kratzende Schmerzen und ein Fremdkörpergefühl? Dann ist es möglich, dass Sie eine Lidrandentzündung aufweisen. Hinzu kommen gerötete, verkrustete Augenlider und eine schwankende Sehstärke. In der Regel betrifft diese beide Augen und bleibt im Gegensatz zur Bindehautentzündung dauerhaft.

Ursächlich sind die Fette in der Lidkante des Sehorgans. Sie stammen aus den Meibom-Drüsen. Sie tragen zum öligen Anteil im Tränenfilm bei. Funktionieren die Drüsen nicht richtig, entsteht zu viel Fett. Dieses reizt die Lidkante. Zur Behandlung eignen sich lipidhaltige Tränenersatzmittel, spezielle Pflegeprodukte für den Lidrand und Wärmeanwendungen.

Entzündung der Uvea (Uveitis)

Die Uveitis beschreibt eine Entzündung der mittleren Augenhaut (Uvea). Diese besteht aus Ader- und Regenbogenhaut sowie dem Ziliarkörper. Am häufigsten betroffen ist die Iris im vorderen Bereich. Hier handelt es sich um eine sogenannte Iritis. Ursächlich sind Grunderkrankungen wie Nierenentzündungen, Rheuma und Augeninfektionen.

Wichtig: Die Beschwerden variieren je nach Ort des Auftretens. Im vorderen Bereich kommt es zu starken Druckschmerzen. Der Augapfel ist rot. Hinzu kommen tränende Augen, Lichtempfindlichkeit sowie eine Minderung des Sehvermögens. Die mittlere und hintere Uveitis verlaufen chronisch und schmerzlos. Es treten keine offensichtlichen Rötungen auf.

Quellen:

  1. https://medizin.plus/krankheiten/bindehautentzuendung
  2. http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/augenheilkunde/augenerkrankungen/entzuendungen-des-auges/lidrandentzuendung-blepharitis.html
  3. https://www.thieme-connect.de/products/ebooks/lookinside/10.1055/b-0037-147295
  4. https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/augenkrankheiten/krankheiten-der-binde-und-lederhaut/episkleritis
  5. https://www.apotheken-umschau.de/augen/uveitis
  6. https://www.apotheken-umschau.de/augen/hornhautentzuendung
  7. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-39-2017/alarmzeichen-rotes-auge
  8. https://flexikon.doccheck.com/de/Hyposphagma
  9. https://www.apotheken-umschau.de/augen/rotes-trockenes-auge

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