Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Symptome & Behandlung

Wenn die Augen gerötet, gereizt oder verklebt sind und stark tränen, handelt es sich in vielen Fällen um eine Bindehautzündung, die auch als Konjunktivitis bekannt ist. Die Entzündung der Bindehaut ist beim Baby und Kleinkind besonders häufig verbreitet, oft durch Viren ausgelöst (Konjunktivitis epidemica). Doch was tun gegen entzündete Bindehaut der Augen? Augentropfen helfen, zur langfristigen Behandlung müssen Sie aber auch die Ursachen kennen…

Definition und Arten der Bindehautentzündung

Medizinisch spricht man bei einer Entzündung der Bindehaut von der Konjunktivitis (alternative Schreibweise: Conjunctivitis). Sie gehört zu den häufigsten Augenkrankheiten. Die Ursachen sind dabei ganz verschieden, sodass die Erkrankung verschiedene begriffliche Abwandlungen besitzt. Wenn sich neben der Bindehaut auch die Hornhaut entzündet, spricht der Mediziner von einer Keratokonjunktivitis (Keratitis = Hornhautentzündung). Häufig treten folgende Formen der Augenentzündung auf:

Es gibt also virale, ansteckende Formen der Bindehautentzündung und Varianten, bei denen keine Ansteckung zu befürchten ist. Fakt ist außerdem, dass nicht nur Viren eine Konjunktivitis auslösen können, sondern auch Bakterien – auch die bakteriell ausgelöste Bindehautenzündung ist ansteckend.

Bei wem tritt die Entzündung der Bindehaut häufig auf?

Je nachdem, um welche Art der Bindehautentzündung es sich handelt, tritt sie auch bei unterschiedlichen Personengruppen häufiger auf. Am häufigsten tritt die Bindehautentzündung beim Baby auf, wenn es sich um die Viren-Form der Erkrankung handelt. Dies kann allerdings natürlich nicht nur bei Säuglingen der Fall sein, sondern auch beim Kind (beispielsweise durch andere Kinder als Überträger im Kindergarten) oder bei Erwachsenen. Die Konjunktivitis beim Kind ist in den meisten Fällen die ansteckende Variante. Für betroffene Eltern ist daher nicht nur die Frage „was hilft?“ von großer Bedeutung, sondern auch „wie lange ansteckend?“ – gerade wenn die Kinder bereits den Kindergarten besuchen.

Das Sicca-Syndrom gehört zu den Formen, bei der die Bindehautentzündung beim Kind seltener auftritt – stattdessen sind häufig ältere Menschen und Frauen betroffen (oft auch in der Schwangerschaft).

Wichtig: Selbst Tiere bleiben von dem Krankheitsbild nicht verschont – so kann eine Bindehautentzündung beim Hund, bei der Katze, beim Pferd und bei anderen Tieren auftreten. Wenn die Bindehautentzündung bei Tieren (z.B. bei Katzen oder Hunden) auftritt, sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen (am besten schon bei den ersten Symptomen der gereizten Augen).

Symptome – erste Anzeichen einer Bindehautentzündung

Unabhängig der Ursachen bzw. der Variante (ob mit oder ohne Ansteckung, allergisch bedingt etc.), ist bei einer Bindehautentzündung stets ein

Auge vorherrschend. Oft kombinieren sich diese Symptome der Entzündungen mit weiteren starken Leiden wie:

Doch was tun, wenn eines der Symptome bei Ihnen oder Ihrem Kind auftritt? Ist die Erkrankung ansteckend oder handelt es sich um eine allergische Konjunktivitis. Wichtig ist, dass Sie bei einem der Anzeichen einer Entzündung nicht lange zögern und zum Arzt oder Augenarzt gehen, damit dieser klären kann, um welche Form der Bindehautentzündung es sich handelt und welche Ursachen der Krankheit zugrunde liegen.

So wissen Sie auch, welche Inkubationszeit zu beachten ist, ob eine Ansteckung möglich ist, ob die Entzündungen noch eitrig werden und was sonst für Sie zu beachten ist. Unabhängig davon, ob die Bindehautentzündung ansteckend ist, brauchen Patienten in erster Linie eine schnelle Behandlung der Augen. Im nachfolgenden Abschnitt erfahren Sie daher mehr über die Behandlungsmöglichkeiten.

Die Konjunktivitis-Behandlung – Dauer und Mittel

Wenn Sie beim Augenarzt haben feststellen lassen, um welche Form der Bindehautentzündung es sich in Ihrem Fall (oder bei Ihrem Kind) handelt, so kann geklärt werden, welche Behandlung wie lange sinnvoll für Sie wäre.

Im folgenden Video erhalten Sie wertvolle Tipps und Hilfe für den Kampf gegen Bindehautentzündung:

Wichtig: Versuchen Sie nicht, das Problem alleine zu lösen. Zwar gibt es in der Apotheke Augentropfen, Salbe und eine Vielzahl an Medikamenten gegen Entzündungen der Augen zu kaufen, doch was wirklich hilft und sinnvoll ist, entscheidet im Bestfall immer Ihr Arzt. Eine Schnelldiagnose durch den/die Apotheker(in) ist nicht ratsam und kann eine erfolgreiche Behandlung in die Länge ziehen.

Bei der Konjunktivitis-Behandlung stellt sich je nach Art und Schwere heraus, dass nicht immer ein Medikament nötig ist, um die Entzündung in den Griff zu bekommen. Teilweise werden Globuli oder Hausmittel (z.B. Schwarzer Tee oder Kamille-Lösungen) empfohlen oder zusätzlich zur Behandlung mit einem Medikament geraten. Wichtig bei Hausmitteln ist, dass Sie auch diese mit einem Arzt besprechen, da es beispielsweise beim Spülen mit Tee dazu kommen kann, dass Keime verschleppt werden, die zu erneuten Allergien oder Reizungen sorgen.

Bezüglich der Behandlungsdauer müssen Sie sich mit Ihrem Arzt besprechen, da er entscheiden kann, wie lange Medikamente eingenommen werden müssen. Meistens werden

verschrieben, in denen häufig ein Antibiotikum enthalten ist. Bei einer allergischen Reaktion werden dagegen meistens Antihistaminika verschrieben (wobei auch der Kontakt zum Auslöser vermieden werden sollte). Rezeptfreie Antihistamin-Tabletten mit den Wirkstoffen Loratadin oder Cetirizin sowie Augentropfen gegen Allergien können zusätzlich helfen, allergische Beschwerden unter Kontrolle zu halten.

Je nachdem, um welche Art der Bindehautentzündung es sich handelt, ist die Vorgehensweise beim Arzt unterschiedlich. Wenn eine Allergie vermutet wird, schaffen Allergie-Tests beim Allergologen Abhilfe, um den Auslöser zu finden. Wenn es sich dagegen um die einfache Form der Bindehautentzündung (Konjunktivitis simplex acuta) handelt, dann heilt diese relativ schnell ab – sehr oft sogar ohne Medikamente.

Die Bindehautentzündung geht nicht weg? Wenn Sie bereits beim Augenarzt waren, doch die Symptome bleiben bestehen, so sollten Sie klären, ob nicht unter Umständen ein anderes Krankheitsbild für die Beschwerden verantwortlich ist, da bei tränenden und geröteten Augen nicht immer eine Bindehautentzündung das Problem verursacht.

Klären Sie mit Ihrem behandelnden Arzt auch, ob Sie trotz der Medikamente oder Entzündung arbeiten gehen können – je nach Job-Situation ist dies weniger empfohlen, wenn Sie beispielsweise Geräte oder Fahrzeuge bedienen oder lange vor dem Bildschirm sitzen müssten. PC-Arbeit und Tätigkeiten, bei denen die Augen stark beansprucht werden, sind für eine schnelle Heilung zu vermeiden.