Wie funktioniert Akkommodation (Auge)?

Augenlinse
Augenlinse

Unter Akkommodation versteht man die Fähigkeit des Auges, die Brechkraft dynamisch anzupassen und dadurch Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung scharf zu sehen. Verantwortlich dafür ist die flexible Augenlinse, die durch Muskelkraft ihre Form verändern kann. Allerdings verschlechtert sich im Laufe des Alterns die Akkommodationsfähigkeit. Die Folge ist die weit verbreitete Altersweitsichtigkeit (Prespyopie).

Die flexible Augenlinse

Entscheidend für Akkommadation ist die flexible Augenlinse, deren Form sich mit Hilfe des Ziliarmuskels und der Ziliarfasern verändern lässt. Die Augenlinse ist im Prinzip eine mit Flüssigkeit gefüllt Kugel – vergleichbar mit einem mit Wasser gefüllten Luftballon. Die Linse strebt im Prinzip danach, eine kugelförmige Gestalt anzunehmen. Allerdings ist sie normalerweise abgeflacht, hat also eine Linsenform.

Augenlinse, optischer Apparat
Augenlinse, optischer Apparat

Die Ursache dafür ist der sog. Glaskörper. Dabei handelt es sich um eine durchsichtige, gelartige Flüssigkeit im Auge. Der Glaskörper drückt im Normalzustand gegen die Augenlinse, so dass sie eine linsenförmige Form annimmt. Zur Fokussierung von Gegenständen in unterschiedlichen Entfernungen muss sich Linse jedoch aktiv und flexibel verformt werden.

Glaskörper
Glaskörper, Auge

An der vorderen Augeninnenseite befindet sich der sog. Zilliarmuskel. Das ist ein ringförmiger Muskel, der düber die Zonulafasern die Augenlinse hält. Wenn sich der Zilliarmuskel anspannt, lockern sich die Zonularfasern. Das wiederum führt dazu, dass die Augenlinse eine kugelförmigere Gestalt annimmt (Nahakkommodation).

Akkommodation Ursache

Beachten Sie in der folgenden Grafik die Form der Augenlinse: wenn sie flach ist, können Dinge in weiter Entfernung scharf auf die Netzhaut (Retina) abgebildet werden (das ist „scharfes Sehen“). Wenn die Linse eher kugelförmig ist, können Dinge in der Nähe scharf erkannt werden.

Akkommodation des Auges
Akkommodation des Auges

Je näher sich ein Gegenstand vor dem Auge befindet, um so mehr Muskelkraft müssen die Ziliarmuskeln des Auges aufbringen, um die Ziliarfasern zu entlasten. Denn nur so wird die Linse kugelförmig, die Voraussetzung, um Dinge in der Nähe zu fokussieren ((Nahakkomodation).

Der Verlust der Akkommodation (Presbyopie)

Leider verschlechtert sich die Akkommodationsfähigkeit im Laufe der Alters. Die folgende Grafik zeigt, wie sich die minimale Sehweite mit zunehmendem Alter immer weiter in die Ferne verlagert.

Minimale Sehweite im Alter - Akkommodation
Minimale Sehweite im Alter – Akkommodation

Während Kleinkinder noch in ca. 10 cm Entfernung scharf sehen können, sind es bei Mensch ab ca. 50 Jahren bereits mind. 50 cm. Logisch, dass man da nur noch am lang ausgetreckten Arm lesen kann.

Die Ursache für die (sehr langsam) schlechter werdende Akkommodation ist eine Verfestigung der Augenlinse. Dieser natürlich Alterungsprozess ist vollkommen natürlich – und lässt sich auch nicht aufhalten. Allerdings kann man seine Augen „trainieren“ – nicht, indem man teure Augentrainingskurse besucht, sondern in dem man regelmäßig den Blick zwischen Nahdistanz und Ferne wechseln lässt. Wer am PC arbeitet, sollte regelmäßig aus dem Fenster schauen. Und ein Leuchtturmwärter sollte regelmäßig Zeitung lesen.

Altersweitsichtigkeit korrigieren

Lasik am Auge
Lasik am Auge

Als Folge der nachlassenden Akkommodationsfähigkeit stellt sich eine Altersweitsichtigkeit ein. Diese kann man mit einer Lesebrille korrigieren – oder auch mit einer Augenlaser-Operation. Dabei wird die Hornhaut so bearbeitet, dass man anschließend wieder ohne Brille auch im Nahbereich scharf sehen kann.

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